Rechtswissenschaften (Erste Juristische Prüfung

Übersicht

Studienabschluss: Staatsexamen/Erste Juristische Prüfung
Regelstudienzeit: 9 Semester
Studienbeginn: jedes Winter- und Sommersemester
Voraussetzungen: Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife

Der Studiengang

Die Rechtswissenschaft befasst sich mit der Erkenntnis des geltenden Rechts und den geschichtlichen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und rechtsphilosophischen Grundlagen der Rechtsordnung. Im rechtswissenschaftlichen Studium werden die wissenschaftlichen Methoden und Kenntnisse vermittelt, die zur Anwendung des Rechts befähigen. Diese orientieren sich an den Grundsätzen der Rechtssicherheit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Ziel der Ausbildung ist der sogenannte Einheitsjurist. Durch eine gründliche Ausbildung in allen Kernbereichen des Rechts und beschränkte Spezialisierung in Teilbereichen ist der Einheitsjurist in der Lage, sowohl in den klassischen juristischen Berufsfeldern (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Verwaltungsjurist), als auch darüber hinaus tätig zu werden und die Verantwortung für die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Konsequenzen juristischer Entscheidungen zu übernehmen. Für die klassischen juristischen Berufe ist das juristische Vollstudium zwingend erforderlich.

Aufbau und Inhalte des Studiums

Das klassische Jurastudium umfasst 9 Semester Regelstudienzeit. Diese besteht aus dem Grundstudium, Hauptstudium und der Examensvorbereitung und hat das Ziel des Erlernens der juristischen Arbeitsmethode, um am Ende des Studiums als Jurist tätig sein zu können. 

Die Lehrveranstaltungen sind untergliedert in die Teilgebiete Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht.


Zu den einzelnen Phasen:

Vor dem Grundstudium:
Bei uns fängt diese spannende Zeit mit der Orientierungsphase an. Das ist die Woche vor dem Vorlesungsbeginn, in der die „Erstis“ organisatorisch an das Studium herangeführt werden und dabei auch ihre zukünftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen kennenlernen.Das Grundstudium erstreckt sich in Göttingen über die ersten 3 bis 4 Semester, in dessen Verlauf eine studienbegleitende Zwischenprüfung zu absovieren ist.

Grundstudium:
Nach der O-Phase finden nun regelmäßig Vorlesungen zu den Rechtsgebieten Zivilrecht (BGB), Strafrecht und Öffentliches Recht statt. Ergänzend dazu, werden in den ersten 3 Semestern auch Begleitkollegs angeboten, die spezialisiert auf die juristische Gutachtentechnik, den erlernten Stoff und die praktischen Sachverhalte zusammenbringen.

Während dieser 4 Semester, müssen nun ausreichend Leistungen erbracht werden, welche automatisch zum Bestehen der Zwischenprüfung führen.

Hauptstudium:
Ist diese Hürde genommen, geht es weiter mit dem Hauptstudium. Semester für Semester vertieft man darin nun seine erlernten Grundlagen in den jeweiligen Rechtsgebieten. Hat man wirklich alles verstanden, stellt die darauffolgende Hausarbeit in der vorlesungsfreien Zeit kein Hindernis mehr dar.

Examensvorbereitung und Examen:
Nach dem Hauptstudium steht die Examensvorbereitung auf die 1. Juristische Prüfung. Dabei besteht die Möglichkeit, die Schwerpunktbereichsprüfung als Universitäten Teil der 1. Juristischen Prüfung vor oder nach dem staatlichen Pflichtteil zu absolvieren. Auf die Pflichtfachprüfung bereiten sich die Studierenden meistens zwischen 2-3 Semester vor. Hierzu entscheiden sich die meisten Studierenden für eine Unterstützung der Examensvorbereitung durch kommerzielle Repetitorien. Jedoch besteht hier auch das Angebot über den Göttinger Examenskurs Hilfeleistung zu erhalten.

Wenn man sich durch all diese Herausforderungen gekämpft hat, steht dem Bestehen der Ersten Juristischen Prüfung nichts mehr im Wege.

Nach dem Studium:
Auf das Studium folgt ein Vorbereitungsdienst (Referendariat) von zwei Jahren in mehreren Stationen: bei einem ordentlichen Gericht, bei einer Staatsanwaltschaft, bei einer Verwaltungsbehörde, bei Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälten und in einem von der Referendarin oder dem Referendar gewählten Schwerpunktbereich (Wahlstation), an dessen Ende das Staatsexamen (Assessorexamen) steht. Mit dem Bestehen der zweiten juristischen Staatsprüfung wird die Befähigung zum Richteramt und zum höheren allgemeinen Verwaltungsdienst erlangt.

Berufsfelder

Die Einsatzgebiete für Absolventen des juristischen Vollstudiums sind vielfältig. Neben den klassischen juristischen Berufen (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, höherer Verwaltungsdienst) finden Absolventen Beschäftigung unter anderem in der Kredit- und Versicherungswirtschaft, bei Interessenvertretungen (Verbände) und Kirchen, im Wissenschaftsbetrieb und Bildungswesen, in der Medienbranche und Verlagswesen, als Steuerberater, Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Mediator, Verbraucher- und Schuldnerberater, als Politiker sowie bei Internationalen Organisationen und Gerichten oder im diplomatischen Dienst.

Empfohlene Voraussetzungen

Neben der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife oder einem als gleichwertig anerkannten Abschluss gibt es keine formalen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Jurastudiums. Studienbewerber sollten Verständnis und Interesse für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, die Fähigkeit, sich schriftlich und mündlich gut und präzise ausdrücken zu können sowie die Gabe zu logischem und abstraktem Denken mitbringen.

Gute Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere der englischen Sprache, werden im Hinblick auf Internationalisierung und Globalisierung auch für Juristen zunehmend wichtiger.

Rechtswissenschaften (2-Fächer-Bachelor)

Übersicht

Studienabschluss: Bachelor of Arts (B.A.) (2-Fächer)
Regelstudienzeit: 6 Semester
Studienbeginn: Wintersemester
Voraussetzung: Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife

Der Studiengang

Rechtswissenschaftliche Fragestellungen sind in nahezu allen Bereichen der Berufswelt von Bedeutung. Den Studierenden des Studienfachs „Rechtswissenschaften“ werden juristische Grundkenntnisse und die Fähigkeit zu deren Anwendung vermittelt. Die Studierenden erwerben Kenntnisse in mindestens zwei der drei Teilgebiete (Zivilrecht, Strafrecht, öffentliches Recht) des geltenden Rechts. Sie lernen die juristischen Auslegungsmethoden und die Subsumtionstechnik kennen und im Rahmen der Entwicklung von Falllösungen anwenden. Die Studierenden weisen durch den Besuch von Vorlesungen und Seminaren und das Ablegen der daran anschließenden Prüfungen (Klausuren, Hausarbeiten und mündliche Prüfungen) nach, dass sie die wissenschaftlichen Grundlagen des Lerngebietes auf vielen Anwendungsbereichen nutzen.

Seminare bieten Gelegenheit, aktuelle juristische Problemstellungen und Streitfragen vertieft zu bearbeiten und mit anderen Seminarteilnehmern zu diskutieren. Die fachliche Vertiefung in einem frei gewählten Rechtsgebiet bietet darüber hinaus die Möglichkeit, das Studium des Faches Rechtswissenschaften gezielt für eine individuelle Berufswegplanung zu nutzen. Eine Vertiefung ist unter anderem in folgenden Gebieten möglich: Grundlagen des Rechts, privates und öffentliches Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Medienrecht, Europa- und Völkerrecht, Internationales Wirtschaftsrecht, Internationales Strafrecht, Kriminologie, Medizinrecht. Neben den rein fachlichen Lehrveranstaltungen können fachspezifische Fremdsprachenkurse und Schlüsselqualifikationsveranstaltungen (unter anderem zu Themen wie Streitbeilegung. Mediation, Gesprächsführung) belegt werden.

Das Ziel des Studiums ist zum einen der Erwerb von Fach- und Methodenwissen in Form materiell-rechtlicher Kenntnisse in wenigstens zwei der drei Rechtsgebiete Bürgerliches Recht, Strafrecht und öffentliches Recht sowie der juristischen Methoden. Darüber hinaus sollen Studierende des Faches die Fähigkeit erwerben, unter Anwendung der erlernten Methoden juristische Fragestellungen selbstständig wissenschaftlich zu bearbeiten und so Gelegenheit erhalten, sich im Rahmen des Bachelorstudiums auf eine etwaige fachwissenschaftliche Vertiefung in Masterstudiengängen vorzubereiten.

Fächerkombinationen

Fächerkombinationen sind mit gleichrangigen Bachelorstudiengängen möglich. Mögliche Kombinationen sind  hier einzusehen.

Beliebte Fächerkombinationen im 2-Fach-Bachelor der Rechtswissenschaft sind Politik, Volkswirtschaftslehre und Geschichte.

Aufbau und Inhalte des Studiums

Das Fach Rechtswissenschaften mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“ ist ein Teilstudiengang des Zwei-Fächer-Bachelor-Studienganges. Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester.

Die Lehrveranstaltungen des volljuristischen Grundstudiums bilden – wiederum untergliedert nach den Teilgebieten Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht – die Gruppe der Wahlpflichtmodule I. Lehrveranstaltungen aus dem Grundlagenbereich (zum Beispiel Vorlesungen aus den Bereichen Rechtsgeschichte, Allgemeine Staatslehre, Rechtsphilosophie oder Kirchenrecht) sind dabei unter fachlichen Gesichtspunkten jeweils den drei Teilgebieten zugeordnet. Die Studierenden müssen im Rahmen der insgesamt zu belegenden 66 fachwissenschaftlichen Credits, 42 Credits aus der Gruppe der Wahlpflichtmodule I erfolgreich belegen. Hierbei sind Module aus mindestens zwei der drei Teilgebiete zu wählen; je gewähltem Teilgebiet müssen Module im Umfang von insgesamt wenigstens 14 Credits erfolgreich absolviert werden. Im Optionalbereich können die Studierenden zwischen der fachwissenschaftlichen Vertiefung durch Belegung weiterer juristischer Module und dem berufsfeldbezogenen Profil durch Belegung fachspezifischer Schlüsselqualifikationsveranstaltungen und wirtschaftswissenschaftlicher Module wählen. Für Studierende anderer Fächer werden darüber hinaus sieben nach fachlichen Gesichtspunkten zusammengestellte Modulpakete von 18 – 23 Credits angeboten.

Eine fachliche Vertiefung ist unter anderem in folgenden Gebieten möglich: Grundlagen des Rechts, privates und öffentliches Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht, Medienrecht, Europa- und Völkerrecht, Internationales Wirtschaftsrecht, Internationales Strafrecht, Kriminologie, Medizinrecht. Neben den rein fachlichen Lehrveranstaltungen können fachspezifische Fremdsprachenkurse und Schlüsselqualifikationsveranstaltungen (unter anderem zu Themen wie Streitbeilegung. Mediation, Gesprächsführung) belegt werden.

Berufsfelder

Mit dem Bachelorabschluss stehen den Absolventinnen und Absolventen Tätigkeitsfelder offen, die juristische Bereiche tangieren, zum Beispiel in Wirtschaftsunternehmen, im Journalismus, im Verlagswesen, im Vereins- und Verbandswesen, im Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen, im Versicherungswesen, in einigen Bereichen der öffentlichen Verwaltung oder internationalen Organisationen. Eine spezifische fachwissenschaftliche Vertiefung in einschlägigen Rechtsgebieten (siehe unter Aufbau und Inhalte des Studiums) bietet dabei die Möglichkeit fachspezifischer Qualifizierung.

Weitere Infos findet ihr auch in unserem Skript.