Im Folgenden wird auf die staatliche Pflichtfachprüfung eingegangen; weitere Informationen zu der Schwerpunktbereichsprüfung findet man hier.

Pflichtfachprüfung

Nach dem Hauptstudium beginnt die Examensvorbereitung. Bis zu diesem Studienabschnitt hatten Studierende die Möglichkeit, alle für die Pflichtfachprüfung relevanten Vorlesungen zu hören. Dementsprechend steht die Examensvorbereitung ganz im Zeichen der Wiederholung und Vertiefung bereits erlernten Wissens.

Am Ende der Examensvorbereitung meldet man auf Antrag zur Pflichtfachprüfung an; dies geschieht in der Regel nach einem Studium von 8-10 Semestern. Das LJPA prüft die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen und erlässt einen Zulassungs­bescheid.

Die Pflichtfachprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil (6 Klausuren) und einer mehrstündigen mündlichen Prüfung. Sie fließt mit 70 % und die Schwerpunktbereichsprüfung mit 30 % in die Gesamtnote ein. Darüber stellt das LJPA ein Gesamtzeugnis über die sogenannte Erste Prüfung aus. Mit diesem Zeugnis können die geprüften Dipl.-Juristinnen und Dipl.-Juristen sich zum Referendariat anmelden.
Etwa 700-800 Kandidatinnen und Kandidaten lassen sich derzeit jährlich prüfen.

Zulassungsvoraussetzungen für die Pflichtfachprüfung

  • bestandene Zwischenprüfung (§ 1 NJAG iVm Zwischenprüfungsordnung, § 4 Abs. 1 Ziff. 1b) NJAG)
  • Übungen für Fortgeschrittene (§ 4 Abs. 1 Ziff. 1c) NJAG)
  • Grundlagenschein (§ 4 Abs. 1 Ziff. 1a) NJAG)
  • Fachspezifischer Fremdsprachennachweis (§ 4 Abs. 1 Ziff. 1d) NJAG)
  • Wirtschafts- oder sozialwissenschaftlicher Schein (§ 4 Abs. 1 Ziff. 1e) NJAG)
  • Schlüsselqualifikationsnachweis (§ 4 Abs. 1 Ziff. 1f) NJAG)
  • Praktische Studienzeiten von jeweils vier Wochen bei Amtsgericht, Verwaltungsbehörde und Rechtsanwalt (§ 4 Abs. 1 Ziff. 2 NJAG)
  • zweisemestriges Studium in Niedersachsen im Zeitpunkt der Antragstellung und im Semester zuvor (§ 4 Abs. 1 Ziff. 2 NJAG)
  • mindestens sechssemestriges ununterbrochenes Studium (§ 4 Abs. 2 Ziff. 1 NJAG; nur „Freischuss“)