Nach erfolgreicher Zwischenprüfung befindet man sich im Hauptstudium, welches grundsätzlich vom 4. bis 6. Fachsemester geht.

Die für die Absolvierung des Hauptstudiums notwendigen Leistungen werden in den Übungen für Fortgeschrittene der drei Rechtsgebiete erzielt. Es gibt jeweils eine Übung für Fortgeschrittene im Strafrecht, Öffentlichen Recht und im Zivilrecht. Dort werden innerhalb der Vorlesungszeit pro Semester drei Klausuren angeboten, von denen mindestens eine bestanden (4 Punkte oder mehr) werden muss.

Zusätzlich dazu müssen zwei Hausarbeiten geschrieben und bestanden werden. Welche zwei Hausarbeiten dies sind, richtet sich nach den im Grundstudium bezüglich der Zwischenprüfung geschriebenen Hausarbeiten, da man von diesen eine „hochziehen“, d.h. man muss diese im Hauptstudium nicht nochmals in dem gleichen Rechtsgebiet schreiben.

Hierzu ein kleines Beispiel: A schreibt im Anschluss an das 1. Semester eine Hausarbeit im Strafrecht und im Anschluss an das 2. Semester eine Hausarbeit im Bürgerlichen Recht und besteht beide. Nun hat A die Möglichkeit, eine dieser Hausarbeiten hochzuziehen, sodass er neben der Hausarbeit zur Übung im Öffentlichen Recht entweder die Hausarbeit zur Übung im Strafrecht oder Bürgerlichen Recht schreiben kann.

Dabei besteht keine Semesterbindung zwischen Klausuren und Hausarbeiten mehr, sodass Klausuren und Hausarbeiten unabhängig voneinander geschrieben und bestanden werden können.

Auch können Klausuren in den Fortgeschrittenenübungen beliebig oft wiederholt werden. Damit gibt es keine Frist zum Bestehen des Hauptsstudiums wie bei der Zwischenprüfung, sodass Studierende mit bestandener Zwischenprüfung bis zum zwei- oder dreimaligen nichterfolgreichen Schreiben des Examens nicht mehr exmatrikuliert werden können.

Neben den Fortgeschrittenenübungen werden im Hauptstudium Vorlesungen in den Nebengebieten (Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, ZPO I + II, Familien- und Erbrecht, Europarecht) angeboten. Befindet man sich nach erfolgreicher Zwischenprüfung im 4. Fachsemester, sind zudem die Vorlesungen im Sachenrecht (auch Bestandteil der Zwischenprüfung) und im Verwaltungsrecht II relevant für das Hauptstudium. Da während des Hauptstudiums nur Vorlesungen im Zivilrecht und im Öffentlichen Recht stattfinden, empfiehlt es sich, dass man zunächst die Übung im Strafrecht besucht und die dortigen Prüfungsleistungen absolviert, da man bereits alle relevanten Vorlesungen in den ersten drei Fachsemestern gehört hat.