Wenn der Druck zu groß wird…

Jeder von uns kennt sie. Manche zeigen sie offen, andere verstecken sie hinter Oberflächlichkeiten. Doch es gibt niemanden, der nicht mindestens einmal mit ihr in Berührung gekommen ist: Angst. Angst davor zu versagen, weil man eine Klausur nicht besteht, die Zwischenprüfung nicht schafft, durch das Examen fällt. Angst davor von Kommilitonen ausgelacht zu werden, die Familie zu enttäuschen, durch das von der Gesellschaft auferlegte Raster zu fallen. Viele können mit dieser Angst gut umgehen, sie leicht umsetzen in Fleiß, Arbeit und Kreativität. Anderen fällt es schwerer. Kommen dann noch private Probleme, vielleicht mit der Familie, Stress mit dem Lebenspartner, Ärger mit dem Vermieter hinzu, kann der Druck schnell sehr groß werden.

Manchmal zu groß. Für manche zu groß, um noch einen Ausweg zu finden.

Doch was tun, wenn man sich in einer solchen Situation befindet? Oftmals traut man sich nicht mit Freunden über seine Probleme zu sprechen oder kürzt an den wichtigen Stellen, den eigentlichen Problemen, schließlich möchte man ja nicht das Gesicht verlieren. Nach einer Untersuchung des Deutschen Studentenwerks erlebt ein Viertel aller Studierenden während des Studiums ernste psychische Schwierigkeiten.

An unserer Universität ist niemand alleine. Die Unterstützung ist vielfältig, genau wie die Anforderungen, die ein Hochschulstudium an einen stellt. So bieten die geschulten Beraterinnen der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB, Goßlerstraße 12b) des Studentenwerks Göttingen Studierenden persönliche Gespräche, aber auch ein umfangreiches Workshopangebot rund um Studienorganisation, Selbstmotivation, Prüfungsängste etc. an. Über Termine und Seminare kann man sich unter Tel.: 0551-394059 (Di-Do 9-15 h) informieren oder eine email senden an:

psb@studentenwerk-goettingen.de

Die Mitarbeiterinnen der PSB nehmen ihre Arbeit sehr ernst, sie sind zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Selbstverständlich sind auch wir der Fachschaftsrat immer und gerne Ansprechpartner in allen Lebenslagen.

Doch trotz aller vorhandenen Unterstützung dürfen wir dieses Thema nicht einfach von uns wegschieben. Wieso verurteilen wir Menschen die menschliche Schwäche zeigen? Wieso verurteilen wir menschliche Schwäche? Jeder ist verantwortlich. Wir alle laufen tagein tagaus den immer gleichen Menschen aus unserem Semester oder aus dem Juridicum über den Weg und schaffen es oftmals nichtmal einfach nur freundlich zu grüßen. Jeder ist Einzelkämpfer, man strebt nach dem Elitestatus und verliert im Tunnelblick den Sinn für das Geschehen um einen herum.

Jeder ist verantwortlich. Schaut Euch einmal um, nehmt Eure Mitmenschen wahr. Wenn jeder nur ein bisschen auf seinen Nächsten achtet, wird unsere Gesellschaft daran wachsen. Ein höflicher Gruß, ein freundliches Lächeln kann jeder entbehren und wer weiß, vielleicht kommt es dann gerade im richtigen Moment…